Eine gute Handwerker-Website erklärt, welche Arbeiten dein Betrieb übernimmt, wo du tätig bist und wie Kunden ihr Vorhaben anfragen können. Je klarer diese Informationen sind, desto leichter lässt sich schon vor dem ersten Gespräch einschätzen, ob ein Projekt zu dir passt.
Ein Dachdecker mit Schwerpunkt auf Sanierungen braucht andere Anfragen als ein Betrieb, der überwiegend Reparaturen ausführt. Für einen Handwerksbetrieb im Rhein-Erft-Kreis beginnt die Planung deshalb beim Auftragsprofil. Erst danach folgen Seitenstruktur, Texte und Gestaltung.
Welche Aufträge möchtest du häufiger erhalten?
Schreibe drei Projektarten auf, die fachlich, wirtschaftlich und organisatorisch zu deinem Betrieb passen. Ergänze, welche Arbeiten du nicht anbietest. So kannst du deine Leistungen auf der Website klar abgrenzen und vermeidbare Rückfragen reduzieren.
Beschreibe außerdem die Kundengruppe: private Eigentümer, Hausverwaltungen, Gewerbebetriebe oder andere Unternehmen. Die Fragen unterscheiden sich. Eigentümer möchten vielleicht den Ablauf einer Sanierung verstehen. Eine Hausverwaltung interessiert sich möglicherweise stärker für Zuständigkeiten, Dokumentation und die Abstimmung mit mehreren Parteien.
Die Startseite gibt eine klare erste Orientierung
Im ersten sichtbaren Abschnitt sollten Gewerk, Schwerpunkt und tatsächliches Einsatzgebiet verständlich werden. Dazu kommt eine eindeutig benannte Kontaktmöglichkeit. Ein Besucher sollte nicht erst ein automatisch wechselndes Banner abwarten müssen, um dein Angebot zu verstehen.
Fiktives Textbeispiel: „Fassadenanstriche und Innenrenovierungen für Eigentümer im Rhein-Erft-Kreis. Von der Besichtigung bis zur abgestimmten Ausführung.“ Ergänze darunter einen Button wie „Renovierung anfragen“ und ein passendes eigenes Projekt. Passe Leistung, Ablauf und Region an deinen Betrieb an.
Jede Kernleistung braucht konkrete Antworten
Für umfangreiche oder erklärungsbedürftige Arbeiten lohnt sich eine eigene Leistungsseite. Sie sollte genau die Fragen beantworten, die vor einer ersten Kontaktaufnahme entstehen. Die reine Nennung „Heizung, Sanitär, Klima“ erklärt noch nicht, welche Vorhaben du tatsächlich betreust.
- Eignung: Für welche Gebäude, Auftraggeber und Vorhaben ist die Leistung gedacht?
- Umfang: Welche Arbeiten übernimmst du selbst, was ist gesondert abzustimmen?
- Vorbereitung: Welche Unterlagen, Fotos oder Angaben helfen vor einer Besichtigung?
- Ablauf: Wie geht es von der Anfrage über das Angebot zur Umsetzung?
- Rahmen: Welche Faktoren beeinflussen Aufwand und Terminplanung?
Erkläre, wovon der Preis abhängt. Bei einer Fassadenrenovierung können etwa Fläche, Zustand des Untergrunds, Zugänglichkeit und Gerüstbedarf den Aufwand beeinflussen. Wenn ein belastbares Angebot erst nach einer Besichtigung möglich ist, benenne diesen Schritt und die dafür benötigten Angaben.
Projekte zeigen, statt Qualität nur zu behaupten
Eine Projektgalerie gewinnt an Aussagekraft, wenn Bilder einen Zusammenhang erhalten. Ergänze je Arbeit eine kurze Beschreibung: Ausgangslage, Aufgabenstellung, ausgeführte Arbeiten und sichtbares Ergebnis. Auch ein kleines, sauber dokumentiertes Projekt kann deinen Schwerpunkt deutlich machen.
Nutze freigegebene eigene Fotos. Vorher-Nachher-Bilder sollten vergleichbare Perspektiven zeigen und verständlich beschriftet sein. Veröffentliche keine Kundendetails, die für den Projektbeleg unnötig sind. Eine echte Ortsangabe kann die regionale Einordnung unterstützen, sofern ihre Veröffentlichung abgestimmt ist.
Ein Projektbericht lässt sich mit vier kurzen Angaben beginnen: Aufgabe, Ausgangszustand, ausgeführte Arbeiten und Ergebnis. Ergänze zu den Fotos, was genau dein Betrieb übernommen hat. Wie eine ausführlichere Dokumentation aufgebaut sein kann, zeigt meine Resintech Case Study zu einem Website-Projekt.
Das Einzugsgebiet so erklären, wie du tatsächlich arbeitest
Unterscheide Unternehmenssitz und Arbeitsgebiet. Sitzt dein Betrieb in Brühl und übernimmt Projekte in Hürth oder Frechen, beschreibe diese Zusammenarbeit genau so. Nenne eine Niederlassung nur, wenn sie tatsächlich besteht.
Bei größeren Vorhaben kann ein weiteres Einsatzgebiet sinnvoll sein als bei kurzfristigen Kleinarbeiten. Erkläre solche Unterschiede, wenn sie für deinen Betrieb gelten. Eine ehrliche Einschränkung kann hilfreicher sein als ein pauschales Versprechen, jederzeit überall verfügbar zu sein.
Für lokale Suchergebnisse beschreibt Google unter anderem Relevanz, Entfernung und Bekanntheit als Einflussgrößen. Eine Ortsliste allein ersetzt deshalb kein vollständiges Unternehmensprofil und kein passendes Angebot. Dazu findest du weitere Informationen in der Google-Hilfe zur lokalen Sichtbarkeit.
Die Anfrage mit wenigen sinnvollen Angaben starten
Frage nach den Angaben, mit denen du das Vorhaben grob einschätzen kannst. Für einen Malerbetrieb könnten das Projektart, Postleitzahl, ungefährer Umfang und Wunschzeitraum sein. Dazu genügt zunächst ein verlässlicher Kontaktweg, etwa E-Mail oder Telefon. Fotos können freiwillig ergänzt werden, wenn eine erste Einschätzung auch ohne sie möglich ist.
Erkläre direkt am Anfrageweg, was als Nächstes passiert. Ein mögliches Muster lautet: „Beschreibe kurz dein Vorhaben. Ich melde mich, um offene Fragen und einen möglichen Besichtigungstermin zu klären.“ Passe den Text an euren tatsächlichen Ablauf an. Ein gut sichtbarer Telefonlink ergänzt das Formular.
Mobile Nutzung an einer echten Aufgabe prüfen
Gib einer Person die Aufgabe, auf dem Smartphone eine bestimmte Leistung zu finden und eine Anfrage vorzubereiten. Beobachte, wo sie stockt. Sind Texte lesbar? Verdecken Banner oder große Elemente den Kontaktweg? Lassen sich Menüpunkte und Formularfelder zuverlässig bedienen?
Prüfe außerdem, ob aktuelle Fotos unnötig große Dateien laden. Eine Bildgalerie soll deine Arbeit zeigen und dabei auch unterwegs benutzbar bleiben. Änderungen an Bildern und Technik sollten anschließend auf der echten Seite kontrolliert werden.
Diese Unterlagen helfen vor dem Website-Projekt
- Drei priorisierte Leistungen und typische Wunschprojekte.
- Das tatsächliche Arbeitsgebiet, einschließlich sinnvoller Einschränkungen.
- Freigegebene Projektfotos mit kurzen Erläuterungen.
- Wiederkehrende Fragen aus Kundengesprächen.
- Ein nachvollziehbarer Ablauf von Anfrage bis Ausführung.
- Ein verantwortlicher Ansprechpartner für Inhalte und Freigaben.
Du möchtest deine Handwerker-Website erstellen lassen? Unter Webdesign für Handwerker zeige ich dir mein Angebot, den Ablauf und passende Einstiege für dein Gewerk. Welche Faktoren den Umfang und das Budget beeinflussen, erklärt der Ratgeber zu Website-Kosten.
Häufige Fragen zur Handwerker-Website
Reicht eine einzige Seite?
Für ein enges Angebot kann eine kompakte Website ausreichen. Mehrere umfangreiche Leistungen lassen sich auf eigenen Seiten meist verständlicher erklären. Entscheidend ist, welche Informationen deine Kunden für eine Anfrage brauchen.
Muss ich regelmäßig Blogbeiträge schreiben?
Eine gepflegte Leistungsseite und gute Projektbelege sind ein sinnvoller Anfang. Ratgeber ergänzen diese Grundlage, wenn sie konkrete Kundenfragen beantworten. Plane nur einen Umfang, den du fachlich prüfen und aktuell halten kannst.
Kann ich Projekte später selbst ergänzen?
Das lässt sich bei der Umsetzung vorsehen. Kläre vorab, welche Inhalte du selbst pflegen möchtest, und plane dafür verständliche Eingabemöglichkeiten sowie eine Einweisung ein.
Über den Autor: Martin Bruch, Inhaber von 27 Digital in Brühl.